Der internationale Profisport hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem lukrativen Milliardengeschäft entwickelt und es sind kaum Anzeichen dafür aus­zumachen, daß die Öko­nomisierung des Sports nur ein temporäres Phänomen dar­­stellt. Aufgrund der hohen Be­deu­tung der wirtschaftlichen Dimensionen im Spitzensport und der unverminderten Aktu­ali­tät dieser Thematik habe ich im Sommer­­se­mester 2007 am Institut für Sport­wissen­schaften der Ge­org-August-Univer­si­tät Göttingen ein Vertiefungsseminar zum Thema „Internationale Sport­vermark­tung“ angeboten. In diesem Rahmen habe ich mich ge­mein­sam mit den Stu­denten aussagekräftigen Fallstudien ge­wid­met, die dazu ge­eignet sind, eine Übersicht über Vermarktungspo­ten­­tiale im globa­len Spitzen­sport anzubieten.

Die sport­öko­­nomische For­schung in Europa beschäftigt sich haupt­sächlich mit dem Liga­sport und dabei be­sonders mit dem professionellen Fuß­ball, für dessen um­fas­sende ökonomische Ana­lyse auch die hohe Bekanntheit und Popularität die­ser Sportart spricht. Allerdings gibt es abseits des Fußballs zahlreiche herausra­gen­de Sportver­an­stal­tungen und Athleten, die zwar regel­mäßig im Fokus der me­dia­len Auf­merk­sam­­keit ste­hen und internationale TV-Prä­senz erfahren, in der wissenschaft­lichen Literatur jedoch kaum repräsentiert sind. Dabei sind es oft­mals gerade diese Athleten und Veranstaltungen, die mit ihren Charakteren und Images maß­geb­lich zur Faszi­na­tion und Ver­markt­barkeit des Spitzen­sports bei­tragen.

Diese Publikation richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler und Praktiker. Die verschiedenartigen Beiträge bieten einen Überblick über die ak­tuelle Situa­tion der Vermarktung im Spitzensport und zeigen weitere Optionen so­wie Po­ten­tiale auf. Damit soll nicht nur eine Lücke in der vor­handenen Lite­ra­tur ge­schlossen werden, die Autoren möchten der sportökonomischen Forschung auch neue Impulse und Denkanstöße liefern. Für zu­künftige wissen­schaftliche Ana­lysen ist, schon aufgrund der dem Thema inhärenten Vielgestaltigkeit, nach wie vor ein fast uner­schöpf­liches For­schungs­feld vorhanden, das bislang nur un­zu­reichend aus interdiszi­pli­nä­rer Sicht ange­gan­gen wurde.